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Fersensporn

15.02.2019 - 16:02

Der Fersensporn, auch als Kalkaneussporn bezeichnet, ist ein unnatürlicher dornartiger Knochenauswuchs. Er bildet sich im Ansatz der Sehnenplatte, einem Muskel am Fersenbein. Das Fersenbein, Kalkaneus genannt, ist ein Knochen der Fußwurzel.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Fersensporn:

  • Unterer (plantarer) Fersensporn → bildet sich unterhalb der Ferse
  • Oberer (dorsaler) Fersensporn → bildet sich am Ansatz der Achillessehne, wird auch Haglund-Ferse oder Haglung-Exostose genannt

Der plantare Fersensporn befindet sich unterhalb der Ferse innen an der Fußsohle und richtet sich in Richtung Zehen.  Der dorsale Fersensporn bildet sich als Knochenerhebung am seitlichen Rand des Fersenbeins, wo die Achillessehnen ansetzen.

Circa 10 Prozent der Bevölkerung sind vom Fersensporn betroffen. Darunter überwiegend Frauen. Besonders das höhere Alter fördert die Bildung von Fersensporn, deshalb liegt das Durchschnittsalter der Betroffenen bei 40 bis 60 Jahren. Der Grund hierfür ist, dass die Fettkissen unter der Ferse mit dem zunehmenden Altert schrumpfen, wodurch die Sehnen und Knochen weniger gepolstert sind und mehr Belastung aushalten müssen.

Ein Fersensporn kann verschiedene Ursachen haben. Allgemein entsteht er durch Druck, aufgrund einer Überlastung. Beispielsweise durch das Tragen eines falschen Schuhwerks. Sind die Schuhe zu eng oder sehr steif, wird die Ferse falsch und übermäßig belastet. Dies führt dazu, dass Risse im Sehnenstrang der Fußsohle entstehen. Infolge dessen wird die umliegende Knochenhaut derart gereizt, dass eine schmerzhafte Entzündung an der Ferse entsteht. Um die Risse zu heilen, lagert der Körper Kalk an den betroffenen Stellen ab, woraus sich im Laufe der Zeit ein Fersensporn entwickelt. Eine weitere Ursache sind Fußfehlformen, wie ein Knick-Senkfuß oder Plattfuß. Nicht selten entsteht eine Entzündung der Achillessehne. 
Fersensporn bleibt in den meisten Fällen unerkannt, da er keine eindeutigen Symptome ausweist. Wird die Diagnose gestellt, geschieht das meist zufällig bei Röntgenuntersuchen aus anderen Gründen. Manchmal kommt es beim Patienten zu Schmerzen infolge einer alltäglichen Belastung der Ferse. Dies ist ein eindeutiges Symptom, dass auf einen Fersensporn schließen lässt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen erkannten Fersensporn zu behandeln. Dazu zählen nichtmedikamentöse und medikamentöse Behandlungen.

Die Behandlung des Spornes ist nur notwendig, wenn er schmerzhaft wird. Handelt es sich um einen plantaren Sporn, ist dieser vorwiegend mit einer Entlastung der Ferse durch Gelkissen, die wie eine Einlage im Schuh im Bereich der Fese getragen werden, behandelbar. Der dorsale Sporn lässt sich in den meisten Fällen durch einen Schuhwechsel beheben.

Reichen diese Behandlungsmaßnahmen nicht aus, können physikalische Maßnahmen, wie eine lokale Ultraschallbehandlung eingesetzt werden.

Salbenverbände, die Kortison und Betäubungsmittel enthalten, sind eine gute medikamentöse Maßnahme gegen den lästigen Sporn.

Um die Entzündung zu lindern, kann auch eine sogenannte Stoßwellentherapie eingesetzt werden. Dabei werden die betroffenen Bereiche mit energiereichen Ultraschallwellen bestrahlt. Diese regen das Wachstum der Blutgefäße an, was schließlich zur Linderung der Entzündung beiträgt.

Nur im schlimmsten Fall, wenn nach neun bis zwölf Monaten keine der Maßnahmen für eine Besserung gesorgt hat, wird eine operative Entfernung des Sporns in Erwägung gezogen.

Um Fersensporn vorzubeugen, ist es empfehlenswert geeignetes Schuhwerk zu tragen (nicht eng und steif) und langes stehen zu vermeiden. Des Weiteren sollten Sie auf ihr Körpergewicht achten und Übergewicht vermeiden. 


Autor: Marlena Kühl | pm pflegemarkt.com GmbH


Quellen:
http://www.onmeda.de/krankheiten/fersensporn-vorbeugen-1496-10.html
http://www.netdoktor.de/krankheiten/fersensporn/#TOC3