Pflegedienst Bremerhaven | Pflegedienst S. & J. Wintjen

Delirium nach der OP

12.03.2019 - 09:03

Was ist ein Delirium?
Bei einem Delirium (meist: Delir) handelt es sich um kognitive Störungen, die einen Verwirrtheitszustand mit Schlafproblemen, Bewusstseins-, Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörungen mit sich ziehen. Die Betroffenen wissen dann nicht, wo sie sind, wie spät es ist oder wer sie sind. In diesem Zustand sind die Personen nicht in der Lage ihre Aufmerksamkeit auf gezielte Dinge zu richten, können sich nicht an kürzlich erlebtes erinnern. Sie sind überaktiv und reden übermäßig viel oder sind apathisch und ganz still. Ihre Reaktionen sind verlangsamt oder extrem.
Außerdem können plötzlich auftretendes Fieber (bis zu 38,5°C), erhöhter Blutdruck und beschleunigter Puls Symptome für ein Delir sein.

Wer ist davon Betroffen?
Häufig tritt das Delir nach der OP bei älteren Erwachsenen auf. Das tückische an dieser Störung ist die schlechte und oft zu späte Erkennbarkeit. Viele Patienten leiden nach einer Operation an Delir, doch wird dies häufig nicht festgestellt. Im Allgemeinen ist das Risiko an Delir zu leiden größer, je älter der Patient ist.

Warum tritt es auf?
Ein Delirium kann mehreren Ursachen zu Grunde liegen. Allgemein gesagt ist ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter im zentralen Nervensystem der Auslöser. Dies kann durch Drogenmissbrauch, Flüssigkeitsmangel, Alkoholentzug, aber eben auch Operationen unter Narkose hervorgerufen werden. Einen genauen Grund für das Auftreten des Delirs konnte bisher nicht eindeutig bestimmt werden. Doch es wird vermutet, dass Vorerkrankungen, Stress, Entzündungen und das Alter eines Patienten eine wichtige Rolle dabei spielen. Deshalb versuchen die Ärzte und Schwestern den Stressfaktor bei der OP so gering wie möglich zu halten.

Kann ich ein Delirium vermeiden?
Ein Delir zu vermeiden ist schwer, da seine genauen Ursachen nicht bekannt sind. Doch Ärzte versuchen durch Stressreduzierungsmaßnahmen das Risiko für Delir zu mindern.  Das heißt:

  • Vor der OP die nüchterne Phase verkürzen.
  • Während der Operation Hirnströme messen und korrekte Menge an Schmerzmitteln überwachen, um die richtige tiefe der Narkose einzuhalten und den Stress zu reduzieren.
  • Nach der OP sollten Angehörige den Patienten nach Möglichkeit im Aufwachraum begleiten, ihre Anwesenheit wirkt beruhigend und verringert wiederum den Stress.

Wie wird ein Delir behandelt?
Die Behandlungsmaßnahmen sind abhängig von der jeweiligen Ursache. Dann werden z.B. Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt stabilisiert, ein bestehender Infekt mit Antibiotika behandelt oder verursachende Medikamente abgesetzt. Es gibt auch Medikamente, die dem Auslöser des Ungleichgewichts der Neurotransmitter im zentralen Nervensystem entgegenwirken sollen.


Quellen:
http://www.tagesspiegel.de/wissen/nach-der-narkose-das-aufwachen-wird-zu-einem-albtraum/9581422.html
http://lexikon.stangl.eu/8096/delirium-delir/
http://www.fid-gesundheitswissen.de/psychiatrie/akutes-delirium/
http://www.netdoktor.de/symptome/delirium/#TOC4